Hausbau: Warum ein Legionellenfilter in keinem Haushalt fehlen darf
veröffentlicht am: 25.02.2025
Ein Hausbau ist eine langfristige Investition, bei der zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Neben der Architektur, der Energieeffizienz und der Inneneinrichtung spielt auch die Wasserqualität eine entscheidende Rolle. Obwohl das Leitungswasser in Deutschland streng kontrolliert wird, können innerhalb des Hausleitungssystems Risiken entstehen. Ablagerungen, Bakterien und Legionellen können die Wasserqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Gefahren verursachen. Ein Legionellenfilter stellt eine effektive Lösung dar, um das Trinkwasser im eigenen Haus dauerhaft sauber und sicher zu halten.
Die hohe Qualität von Leitungswasser in Deutschland
In Deutschland unterliegt das Leitungswasser strengen Kontrollen und wird regelmäßig getestet, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten. Die deutsche Trinkwasserverordnung stellt sicher, dass das Wasser aus der Leitung frei von Schadstoffen und gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen ist. Wasserwerke filtern Verunreinigungen heraus und gewährleisten durch umfangreiche Testverfahren, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. Dadurch gilt das Trinkwasser in Deutschland als eines der sichersten weltweit und kann bedenkenlos konsumiert werden.
Trotz dieser hohen Standards endet die Verantwortung der Wasserwerke an der Hauseingangsleitung. Ab diesem Punkt obliegt es dem Hausbesitzer, für die Qualität des Wassers innerhalb des Gebäudes zu sorgen. Insbesondere bei Neubauten ist es entscheidend, nicht nur auf hochwertige Materialien zu setzen, sondern auch langfristige Risiken für die Wasserqualität zu minimieren.
Risiken für die Wasserqualität im eigenen Haus
Obwohl das Trinkwasser auf dem Weg in die Haushalte streng kontrolliert wird, können innerhalb des Leitungssystems Verunreinigungen auftreten. Privatpersonen, die ein Eigenheim bauen, sollten sich der potenziellen Gefahren bewusst sein, die sich in den Rohrleitungen entwickeln können. Ein häufiger Risikofaktor ist die Ablagerung von Rostpartikeln, die sich aus metallischen Rohren lösen. Diese Ablagerungen können nicht nur die Wasserqualität beeinträchtigen, sondern auch als Nährboden für Bakterien dienen.
Hinzu kommt das Risiko von Biofilmen, die sich an den Innenwänden der Wasserleitungen bilden. Diese Schleimschichten bieten ideale Lebensbedingungen für schädliche Mikroorganismen, darunter Legionellen. Diese Bakterien vermehren sich besonders gut in stehendem oder lauwarmem Wasser und können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. In schlecht gewarteten oder selten genutzten Rohrleitungen finden Legionellen ideale Bedingungen zur Vermehrung.
Legionellen: Unsichtbare Gefahr im Trinkwasser
Legionellen sind Bakterien, die in warmem Wasser gedeihen und insbesondere in stagnierenden Rohrleitungen eine Gefahr darstellen. Sie vermehren sich am besten in Wassertemperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius und können durch feine Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, eingeatmet werden. Dies kann beim Duschen, bei der Nutzung von Wasserhähnen oder auch durch Klimaanlagen mit Wasserkühlung geschehen.
Die gesundheitlichen Folgen einer Infektion mit Legionellen sind nicht zu unterschätzen. Sie können die sogenannte Legionärskrankheit auslösen, eine schwere Form der Lungenentzündung, die insbesondere für ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich sein kann. Eine mildere Verlaufsform ist das Pontiac-Fieber, das grippeähnliche Symptome verursacht.
Die Lösung: Legionellenfilter für Neubauten und Bestandsgebäude
Ein wirksamer Schutz gegen Legionellen und andere Mikroorganismen im Trinkwasser sind spezielle Legionellenfilter. Diese Filter werden direkt an Wasserhähnen oder Duschen angebracht und verhindern, dass gefährliche Bakterien in die Atemwege gelangen. Moderne Filtersysteme nutzen feine Membranen, die selbst kleinste Partikel zurückhalten, ohne den Wasserdruck wesentlich zu beeinträchtigen.
Für Hausbauer ist die Installation eines Legionellenfilters eine sinnvolle Investition in die langfristige Hygiene und Sicherheit des Wassersystems. Neben der direkten Filtration am Wasserhahn gibt es auch zentrale Filtersysteme, die direkt in die Hauswasserleitung integriert werden und somit das gesamte Haus schützen. Besonders in Regionen mit älteren Wasserleitungen oder wenn das Gebäude über längere Zeit unbewohnt war, ist ein solcher Filter unverzichtbar. Fest steht: Legionellenfilter schützen vor Infektion mit Legionellen und sind eine unverzichtbare Maßnahme in jedem Haushalt.
Präventive Maßnahmen für ein sicheres Trinkwassersystem
Neben dem Einsatz eines Legionellenfilters gibt es weitere Maßnahmen, um das Risiko einer Verkeimung der Leitungen zu reduzieren. Dazu gehört, das Wasser regelmäßig durchzuspülen, insbesondere nach längeren Standzeiten. Auch eine ausreichende Erwärmung des Wassers auf mindestens 60 Grad Celsius kann helfen, Legionellen abzutöten. Bei der Planung eines Neubaus sollten zudem hochwertige Materialien für die Wasserleitungen verwendet werden, um Korrosion und Ablagerungen zu vermeiden. Dies kann auch verhindern, dass Rohre platzen und zu einem teuren Wasserschaden führen.
Eine regelmäßige Wartung und Kontrolle des Trinkwassers ist ebenfalls essenziell. Hauseigentümer sollten die Wasserqualität in ihrem Gebäude regelmäßig testen lassen, um potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen. Besonders bei Mehrfamilienhäusern oder Immobilien mit vermieteten Wohneinheiten kann eine gesetzliche Pflicht zur Überprüfung bestehen.
Fazit: Ein Muss für jeden Hausbauer
Beim Hausbau sollte die Wasserqualität ein zentrales Thema sein, um langfristig Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten. Trotz hoher Standards in der Trinkwasserversorgung können innerhalb des eigenen Rohrsystems Risiken entstehen. Rostpartikel, Biofilme und Legionellen stellen eine ernstzunehmende Gefahr dar, die sich durch den Einsatz eines Legionellenfilters jedoch effektiv minimieren lässt.
Ein Legionellenfilter ist eine sinnvolle Ergänzung für jeden Neubau und auch für bestehende Gebäude eine lohnenswerte Investition. Durch gezielte Prävention und den Einsatz moderner Filtersysteme lässt sich das Risiko einer Verunreinigung deutlich reduzieren. Wer beim Hausbau frühzeitig auf eine sichere Wasserqualität achtet, schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern sichert auch den langfristigen Werterhalt der Immobilie.
Bildquelle(n): Photo by Tom on Pixabay